Statement zu Tönnies und dem Covid-19 Ausbruch

In diesem Statement möchten wir als Grüne Jugend Kreis Gütersloh zu der aktuellen Situation im Kreis Gütersloh und in Deutschland Stellung nehmen. 

An dieser Stelle möchten wir uns zuerst bei allen Helfer*innen bedanken, die sich für die Versorgung der Arbeiter*innen eingesetzt haben und immer noch tun. Wir bedanken uns bei der Polizei und Bundeswehr, die maßgeblich dazu beitragen, dass sich das Virus durch Tests und die Kontrolle von Sicherheitsauflagen nicht weiterverbreitet. Ebenfalls bedanken wir uns bei den Bürger*innen des Kreises, die in dieser schweren Zeit zusammen stehen und die Schuld nicht bei den Schwachen unserer Gesellschaft suchen.  Außerdem möchten wir uns bei den Menschen bedanken, die gegen das derzeitige Fleischsystem auf die Straße gegangen sind schon bevor der öffentliche Fokus darauf lag, immer noch auf die Straße gehen und sich anderweitig für einen Systemwandel einsetzen. Wir hoffen, dass sich das bald auszahlen wird und die dringend notwendigen Veränderungen für mehr Tierschutz und menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen endlich durchgesetzt werden.

Tönnies hat in den vergangenen Wochen vieles versäumt. Der Konzern Tönnies mit Clemens Tönnies an der Spitze hielt Hygienemaßnahmen nicht ein und ist nun für den aktuell größten Covid-19 Ausbruch in ganz Deutschland verantwortlich. Darüber hinaus kooperierte er unzureichend, indem er die Adressen der Arbeiter*innen zur Eindämmung der Ausbreitung des Viruses nicht bzw. verspätet an das Gesundheitsamt des Kreises Gütersloh herausgab. 

Doch Clemens Tönnies ist nicht der Einzige, der Fehler einräumen muss, sondern auch die CDU, deren Unabhängigkeit im Fall Tönnies fraglich ist. Denn die CDU bekam seit 2005 nach dem Rechenschaftsbericht des Bundestages zufolge rund 147.000 Euro von Tönnies gespendet und Landrat Adenauer hat selbst gut gepflegte Kontakte zu Clemens Tönnies. Besonders kritisieren wir die Äußerung Laschets, dass die Beschäftigten das Virus aus dem Heimaturlaub mitgebracht haben. Diese Aussage ist falsch und wurde ohne Überprüfung von der Firma Tönnies übernommen, die diese falsche rassistische Argumentation zuvor verbreitete. 

Leider ist es nichts Neues, dass die Arbeitsbedingungen in Großschlachtbetrieben unmenschlich sind. Die Quarantänebedingungen für die Mitarbeiter*innen sind noch schwieriger, denn die meisten Arbeiter*innen sind nicht nur eingepfercht in kleine Wohnungen mit Mehrbettzimmern, sondern viele müssen auch um ihre Versorgung und Existenz bangen. Ohne Helfer*innen wären viele Menschen aufgeschmissen gewesen. Tönnies muss endlich moralische Verantwortung übernehmen! 

Die Ausbeutung von Mensch und Tier muss endlich gestoppt werden. Die Arbeiter*innen brauchen endlich Sicherheit. Wir fordern, dass Werkverträge endlich abgeschafft werden! Wir als Verbraucher*innen müssen unseren Konsum grundlegend hinterfragen und anpassen. Die Verbraucher*innen müssen wissen, woher die Lebensmittel kommen, die sie kaufen wollen und wie diese hergestellt wurden, um ihren Konsum entsprechend umzustellen. Dafür braucht es klare politische Rahmenbedingungen. Fleisch muss wieder mehr Wert sein! Wir wollen Gerechtigkeit für Mensch und Tier! Das bedeutet unter anderem, eine Umstellung der Produktion hin zu kleineren regionalen Schlachtbetrieben. Landwirte müssen durch die politischen Rahmenbedingungen die Chance bekommen, das Wohl des Tieres in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen. 

Der Covid-19 Ausbruch im Tönnies Betrieb kann als Fukushima der Fleischindustrie gedeutet werden. Ein solches Ereignis, welches so starken Einfluss auf unsere nahe Zukunft hat, sollte dazu anregen, Verantwortung zu übernehmen und endlich ein gemeinsames Handeln einzuleiten. 

Wir fordern eine Abschaffung von Werkverträgen, einen Systemwechsel in der Fleischindurstrie, ein Hinterfragen von unserem Konsumverhalten, entsprechende politische Rahmenbedingungen und dass Clemens Tönnies und der Betrieb Tönnies zur Rechenschaft gezogen wird!

Grüne Jugend Kreis Gütersloh

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